Tributes,
Homages & Obituaries - Recording Industry:FAREWELL
to a LEGEND,
Adieu LUMIÈRE...
In
Memoriam:
Hildegard Behrens
The Recording Academy:
Recording Academy statement on Hildegard Behrens
Wednesday, August 19, 2009 at 12:15pm
Three-time GRAMMY-winning opera
singer Hildegard Behrens had a depth of talent that went beyond
her rich soprano. Her dramatic acting skills combined with her
unique sound established her as one of the great opera performers
of our time, and contributed to an impressive career that included
171 performances and many leading roles at the Metropolitan Opera
in New York. The world has lost a truly gifted artist, and our
deepest sympathies are with her family and friends and all who
have been moved by the power of her voice.
Sie stand auf den Wunschlisten der
Intendanten, Dirigenten, Regisseure und Besucher der größten
Opernhäuser ganz oben, wenn es in den 80er und 90er Jahren
galt das hochdramatische Sopranfach zu besetzen. Ob als Leonard
Bernsteins, Wolfgang Sawallischs und Lorin Maazels Isolde in München,
ob als Brünnhilde unter Georg Solti im Bayreuther Festspielhaus,
unter James Levine an der New Yorker Metropolitan Opera oder unter
Christoph von Dohnányi an der Wiener Staatsoper –
Hildegard Behrens wurde stets für ihre leuchtkräftige
Stimme und darstellerische Ausstrahlung gefeiert, die sie freilich
mit größter gestalterischer Geschicklichkeit und Intelligenz
in Einklang zu bringen verstand. Ihren Durchbruch hatte sie bereits
in den 70er Jahren gefeiert, mit zwei der heikelsten Partien des
dramatischen Repertoires überhaupt: als Salome unter Herbert
von Karajan ließ sie Richard Strauss’ Diktum von seiner
„16jährigen Prinzessin mit der Isoldenstimme“
einmal nicht paradox erscheinen. Ihre künstlerische Visitenkarte
jedoch wurde innerhalb von gerade einmal drei Jahren Beethovens
Fidelio-Leonore: unter Sir Reginald Goodall in London,
unter Karl Böhm in New York und, wie im Live-Mitschnitt von
1978 bei Orfeo dokumentiert, ebenfalls unter Böhm in München.
Hier konnte sie alle ihre Vorzüge ausspielen: Präzision
und Temperament in Stimme und Spiel (auch beim gesprochenen Text!),
eine blendende Erscheinung sowie ihr klar fokussiertes und in
der triumphalen Höhe gipfelndes, warmes Timbre. Dank ihrer
Professionalität und technischen Klasse gelang es Hildegard
Behrens – auch als Kollegin äußerst beliebt und
mit vielfachen Ehrungen bedacht – diese Grundcharakteristika
ein gutes Vierteljahrhundert zu bewahren, exemplarisch hierfür
die vom Komponisten auf sie zugeschnittene Rolle der „R“
in Luciano Berios Cronaca del Luogo bei der Salzburger Festspiel-Uraufführung
1999 unter Sylvain Cambreling; unvergesslich hier die Zwiegesänge
mit der Figur des Orvid und der ariose Monolog von Hildegard Behrens
am Ende, vergleichbar ihren großen Momenten im musikalischen
Dialog mit Florestan, Tristan, Wotan oder Siegfried und den unzähligen
Finalszenen, denen sie bei Wagner und Strauss ihren Stempel aufgedrückt
hat. Die Opernwelt trauert angesichts des Verlustes dieser großen
Künstlerin, die am 18. August unerwartet in Japan verstorben
ist.